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Schiestlhaus

Ein neuer Höhepunkt alpiner Architektur

Sie liegen in malerischer Natur, ihre Gäste suchen das Erlebnis in der einzigartigen Landschaft: Berghütten. Und doch ist ihre Architektur bisher introvertiert. Denn in den hohen Gebirgsregionen kann der Energieverlust nur mit kleinen Öffnungen eingedämmt werden. Doch das 2005 fertig gestellte Schiestlhaus beweist erstmals: es geht auch anders. Unter anderem dank hochwertiger Passivhausfenster sind auch bei einer extremen Lage auf 2154 Metern Räume möglich, die sich zur Landschaft öffnen und mit ihr in Bezug treten.

Besonders die Schlafräume und die Stube profitieren von der neuen Raumqualität. Der Gast- und Aufenthaltsraum stellt sich als ein großzügiger, sonnendurchfluteter Raum dar. Fritz Oettl, Projektarchitekt bei pos architekten erklärt die Wirkung: „Ein durchgehendes Fensterband bestehend aus hochwertigen Passivhausfenstern mit statisch optimierter Scheibengröße eröffnet einen grandiosen Ausblick. Dank der Dreischeibenverglasung ohne Kaltluftabfall und der optimierten Fensterkonstruktion mit niedrigem Parapet konnte auch eine hochwertige Sitzbank entlang der Fenster realisiert werden. Dieses Raumgefühl vermittelt eine Nähe zur umgebenden Natur und Landschaft, die so vorher noch in keinem vergleichbaren Gebäude realisiert werden konnte.“

Die Schlafräume sind raumhoch verglast. Durch die ansteigende Dachschräge ergeben sich Raumhöhen an die vier Metern, sodass problemlos bis zu elf Schlafplätze verteilt auf mehreren Ebenen pro Raum angeboten werden können, ohne Abstriche bei der Privatsphäre machen zu müssen.

Doch nicht nur architektonisch stellt das Schiestlhaus einen neuen Typ von Berghütten dar. Durch das hocheffiziente Gebäude- und Energiekonzept ist es erstmals möglich, hochalpine Bauten auch ohne direkten Leitungsanschluss zu errichten und durch den geringen Energiebedarf auch wirtschaftlich und ökologisch verträglich zu betreiben. So ist der Entwurf konsequent auf die Nutzung der Sonnenenergie ausgerichtet. Das Gebäude öffnet sich nach Süden, um die Sonnenwärme einzufangen. Dass dabei mehr Wärme aufgenommen als abgegeben wird, ist ein weiteres Merkmal zu dem die hochwärmedämmenden Fenster beitragen. Zusätzlich wird über voll integrierte Sonnenkollektoren die benötigte Energie gewonnen. Ein Rapsöl BHKW, eine ausgefeilte Lüftungsanlage mit 85% Wärmerückgewinnung sowie 100% Regenwassernutzung sorgen dafür, dass das Schiestlhaus haustechnisch ein absoluter Pionier ist.
 

Schiestlhaus, Am Hochschwab

Generalplaner ARGE: pos architekten ZT-KG (Planung) www.pos-architecture.com, Treberspurg&Partner ZT GmbH (Ausschreibung u. Bauaufsicht)
Objekttyp: Passivhausstandard
Nutzung: Schutzhütte
Baujahr: 2005