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Architektur mit der Sonne, Josef Kiraly, Österreich

Die Kraft der Sonne

„Bauen mit der Sonne“ – nach diesem Konzept entwirft, plant und realisiert der österreichische Architekt Josef Kiraly seine „Sonnenhäuser“. Sie stehen für eine nachhaltige Architektur, die auf natürliche Umweltbedingungen Rücksicht nimmt. Das Sonnenhaus-Konzept verbindet den Wunsch des Menschen nach Sonnenlicht und Strahlungswärme mit hohem Wohnkomfort und thermischer Behaglichkeit. Eine wichtige Rolle spielt auch immer die Nähe zur Natur: Die großflächige Verwendung von Glas schafft den Blickkontakt nach draußen und einen Anschluss an den Freiraum. Als Passivhaus weist das Sonnenhaus zudem eine hohe Energieeffizienz auf. 

Für Kiraly ist das Konzept des Sonnenhauses mehr als „nur“ Architektur – es spiegelt gleichzeitig eine Lebenseinstellung wider. Es steht für einen Wertewandel und die Wiederentdeckung alter, eigenwilliger Bauformen, die mit neuen Technologien und Materialien kombiniert werden. Dabei hat der Architekt stets im Blick, die Kraft der Sonne weitmöglich zu nutzen, um Ressourcen zu schonen und den CO₂-Ausstoß zu reduzieren.

Jedes Sonnenhaus aus der Feder von Josef Kiraly ist eine Antwort auf den jeweiligen Standort und seine Umgebung. Gleichzeitig wird es den individuellen Wünschen der Bauherren gerecht, wie drei ausgesuchte Beispiele beweisen. 

Weitere Informationen zu den Sonnenhäusern von Josef Kiraly unter  www.kiraly.at und im Buch „Das Sonnenhaus als Passivhaus“, Wasmuth-Verlag, 2013

Abbildungen : (c) Kiraly

Sonnenhaus „Lebensphilosophie“

Sonnenhaus „Lebensphilosophie“

1978 entstanden, ist das Sonnenhaus „Lebensphilosophie“ ein erster Versuch von Josef Kiraly, mit neuen architektonischen Lösungen auf die Erdölkrise der 70er Jahre zu reagieren. Alle Hauptwohnräume sind nach Süden orientiert. Was damals noch völlig unbekannt war, dient hier als Pufferraum: der Wintergarten. In Passivbauweise errichtet, verfügt das Haus über eine hohe Wärmedämmung und eine Anlagentechnik, die Umweltenergie aus Sonne und Erdwärme nutzt. Große Sonnenfenster und das Glashaus holen den Garten gleichsam in den Wohnraum hinein. Durch diese optische Verbindung wird das Haus selbst zum "Naherholungsraum". Der Restwärmebedarf wird über ein Erdwärme-Rohrregister zu einer Wärmepumpe geleitet. Dort wird die erforderliche Niedrigtemperatur für Raumheizung und Warmwasser in einem Behälter von 1000 Liter Umfang gespeichert wird. 

Sonnenhaus „Atrium“

Sonnenhaus „Atrium“

Das ebenerdige, barrierefreie Atriumhaus folgt einem konkaven Grundriss. Mit großflächiger Verglasung ist es zum Garten hin offen gestaltet, die Westseite, an die sich eine dichte Wohnbebauung anschließt, ist dagegen vor Einblicken geschützt. Im Erdgeschoss befindet sich der gesamte Wohn- und Schlafbereich, eine glasüberdachte Terrasse sowie ein Fitness- und Wellnessbereich mit Indoorpool. Durch die südost- bis südwestseitige raumhohe Verglasung mit mobiler Abschattung kann die Wärme optimal genutzt werden. Gleichzeitig sind Sonne, Natur und die Jahreszeiten Teil des Raumerlebnisses. Auf zusätzliche Sonnenkollektoren hat der Architekt aufgrund des günstigen Wirkungsgrads der Erdwärme-Wärmepumpe verzichtet. Je eine eigene kontrollierte Raumlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und Frischluftvorwärmung arbeitet eigenständig für den Schwimmbad- und für den Wohnbereich.

Sonnenhaus „Kletterwand“

Sonnenhaus „Kletterwand“

Der Name dieses Hauses ist Programm: Auf der Westseite des Hauses – im Innenbereich – befindet sich eine Kletterwand. Nicht ohne Grund: Der Bauherr ist passionierter Kletterer. Wer über alle Geschosse hinweg auf der Kletterwand unterwegs ist, hat freie Sicht in eine herrliche Berglandschaft. 

Das Sonnenhaus „Kletterwand“ ist ein solares Passivhaus in Hanglage. Die Architektur des Hauses geht auf die Besonderheiten des Grundstücks ein, indem neben Hauseingang, Doppelgarage und Haustechnik  nordost- und nordwestseitig nur Hauswirtschafts-, Garderoben- und andere Nebenräume als thermischer Puffer untergebracht sind.  Die eigentlichen Wohnräume öffnen sich zur Süd- und Westseite. Die Schlaf- und Sanitärraume liegen im Obergeschoss. 

Eingebettet ins Gelände, ist die Wärmeverlustoberfläche ins Freie erheblich reduziert. Die sehr hochwertige thermische Qualität des dreischeibigen Isolierglases ermöglicht die Nutzung der Sonneneinstrahlung für die passive Energiegewinnung während der Heizperiode. Ein weit ausladendes Vordach sorgt für Sonnenschutz in den heißen Monaten, eine erstmals über zwei Vollgeschosse laufende Außenraffstore-Sonnenschutzanlage steuert nach Bedarf die Licht- und Wärmeeinstrahlung.